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Trigan (überarbeitete Neuausgabe) Band 1: Kampf um Elekton – Rezension

Klappentext: Auf dem weit entfernten Planeten Elekton liegt das Reich Trigan, das immer wieder bedroht wird von den grünhäutigen Lokanern und anderen Völkern, die die Herrschaft über Elekton an sich reißen wollen. Trigo ist der Gründer des Reiches, mit seinen Brüdern Brag und Klud war er der Anführer der Vorg, ehe er Trigan gründete und gemeinsam mit Perik eine neue Stadt aufbaute. Doch auch hier sind sie nicht vor Gefahren gefeit.

Don Lawrence und Mike Butterworth haben eine Space-Opera geschaffen, die damals zu einer der populärsten Reihen in Großbritannien zählte und bis 1982 lief. Zuerst im Ranger-Magazin veröffentlicht, fand Trigan schnell eine feste Leserschaft. Panini veröffentlicht nun die langersehnte Neuausgabe mit zahlreichen Bonusseiten.

Meinung: Ich muss gestehen, dass die vorliegende Ausgabe – einmal abgesehen von sehr sporadischen Erfahrungen im Kobra Magazin vor rund 45 Jahren – meine erste echte Erfahrung mit diesem SF-Epos um die Bewohner des Planeten Elekton war. Ob ich als Comicleser jahrelang etwas verpasst habe? Das war übrigens die Frage, die meine Kaufentscheidung beim Comichändler maßgeblich beeinflusste. Panini legt in dieser aktuellen Ausgabe eine „überarbeitete Neuausgabe“ der 2015 erschienenen Nummer 1 der Serie vor. In wie weit sie tatsächliche Veränderungen gegenüber der ersten Auflage aufweist, mag ich in Ermangelung des Vergleichsalbums von 2015 nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall ziert die neue Ausgabe eine andere, etwas aussagekräftigere Coverabbildung und nach Redaktionsinformationen sind vor allem die Farben und Kontraste überarbeitet worden.

Die Hauptgeschichte „Kampf um Elekton“ ist dem Zeitgeist damaliger Comicgeschichten geschuldet und vom Autor Mike Butterworth recht simpel aufgebaut. Die Rollen der Helden und der Schurken, sowie der Nebendarsteller grenzt der Autor deutlich voneinander ab. Das ist wohl schön übersichtlich, jedoch fiel es mir schwer, eine wirkliche Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Zumindest nach dem derzeitigen Lesestand sind die Handlungsmotive der Beteiligten nach meiner Auffassung noch zu wenig untermauert. Mit einfachen Worten ausgedrückt: Es fehlt den Figuren an Tiefe. Auch sollte man sich an gewisse „künstlerische Freiheiten“ gewöhnen. Zum Beispiel tragen die Bewohner eine Bekleidung, die wie Togen und Rüstungen des antiken Roms aussehen. Gleichzeitig benutzt man Strahlenwaffen und ist mit stromlinienförmigen Flugmaschinen unterwegs.

Dass diese erste Ausgabe beim Durchlesen für mich über den Status einer einfach gestrickten SF-Pulp-Story hinausging, lag ganz klar an dem einmaligen Artwork. Jedes Panel ist wie ein kleines Gemälde, dass eher an biblische, mythische oder historische Darstellungen von Künstlern wie Tizian oder Eugène Delacroix erinnert, als an eine Zeichnung in einem Comic. Erst die Bilder lassen die Welt Elektons mit ihrer Fauna, Flora und den Städten wirklich lebendig werden. Doch auch Fans der Technik kommen nicht zu kurz: Waffen, Flugmaschinen, Wasserfahrzeuge sind genauso fantasievoll in einem retro-futuristischen Design umgesetzt worden, wie die Helme und Uniformen der Piloten. Es ist unglaublich, welch handwerkliche und künstlerische Inspiration der Zeichner Don Lawrence über so viele Jahre aufgebracht hat.

Fazit: Im Grunde ist diese Ausgabe der ideale Einstieg für Leser, die einfach einmal in diese Serie hinein schnuppern wollen. Für -16- Euro gibt es auf -64- Seiten einen wundervoll bebilderten SF/Fantasy-Pulp auf mattem Kartonpapier und im Hardcover. Neben der Hauptgeschichte kommt noch eine kürzere Nebenstory zum Abdruck. Drei redaktionelle Artikel klären über die Serie und über den Planeten Elektron auf und ziehen dabei aufschlussreiche Vergleiche zum römischen Reich unserer Erde. Ob es für eine dauerhafte Bindung an die Serie reicht – sie umfasst nach meinem Kenntnisstand 18 Ausgaben -, mag natürlich jeder für sich entscheiden. Aber ich denke, dass ich mir zumindest die zweite Ausgabe noch besorgen werde, sobald sich mein Lesestapel verkleinert hat. Allein die Coverabbildung mit dem futuristischen Wasserfahrzeug hat mich da schon angefixt.

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